Ovarielle Stimulation und Embryobiopsie
Ovarielle Stimulation
- Die kontrollierte ovarielle Stimulation beginnt typischerweise am 2. oder 3. Tag des natürlichen Menstruationszyklus mit der Gabe von rekombinantem FSH in einer Dosierung von 150-225 IE täglich, abhängig vom Alter und der ovariellen Reserve der Patientin 1, 2
- Bei Patientinnen mit normaler ovarieller Reserve wird eine routinemäßige Stimulation empfohlen, um mehr Eizellen für die genetische Testung und den Transfer zu gewinnen 1
- Bei Patientinnen mit schlechtem Ansprechen können alternative Protokolle wie natürlicher Zyklus, minimale ovarielle Stimulation oder Stimulation in der Lutealphase erwogen werden 1, 2
Ovulationsauslösung und Oozytengewinnung
- Nach ausreichender Follikelreifung wird die Ovulation mit hCG ausgelöst 1, 2
- Die Oozytenentnahme erfolgt 36-38 Stunden nach der hCG-Gabe mittels transvaginaler ultraschallgesteuerter Follikelpunktion 1, 2
Besondere Überlegungen
- Bei Patientinnen mit Antiphospholipid-Antikörpern wird eine prophylaktische Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin empfohlen, beginnend mit der ovariellen Stimulation 3, 4, 5
- Die Antikoagulation wird 24-36 Stunden vor der Oozytenentnahme unterbrochen und danach wieder aufgenommen 3, 4, 5
Embryobiopsie und genetische Testung
- Nach der Oozytenentnahme wird in der Regel eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion durchgeführt, um Interferenzen bei der genetischen Testung zu minimieren 1, 2
- Die Blastozystenbiopsie ist die Hauptmethode für die Embryobiopsie und wird an Tag 5 oder 6 nach ICSI durchgeführt, wenn die Blastozyste vollständig expandiert ist 1, 2, 7
Kryokonservierung
- Nach der Oozytenentnahme werden die Embryonen häufig kryokonserviert, besonders bei Patientinnen mit erhöhtem OHSS-Risiko 1
- Die Embryo- und Oozyten-Kryokonservierung sind gute Optionen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Patientinnen, deren Zustand stabil genug ist, um sich einer ovariellen Stimulation zu unterziehen 4, 6, 8
Komplikationen und deren Management
- Das ovarielle Hyperstimulationssyndrom ist eine wichtige, wenn auch seltene Komplikation, die mit einem Kapillarlecksyndrom und in schweren Fällen mit arteriellen und venösen Thrombosen und Nierenversagen einhergehen kann 3, 5
- Zugrunde liegende Thrombophilien erhöhen das Risiko für ein schweres OHSS 5