Praxis Medical Insights

Est. 2024 • Clinical Guidelines Distilled

Made possible by volunteer editors from the University of Calgary & University of Alberta

Last Updated: 10/5/2025

Bluttransfusionen: Wichtige Überlegungen und Richtlinien

Patientensicherheit und Identifikationsprüfung

  • Die finale Identitätsprüfung direkt am Patientenbett zwischen Patient und Blutprodukt ist der kritischste Schritt, da die Verabreichung falscher Blutgruppen (ABO-Inkompatibilität) die schwerwiegendste Komplikation darstellt 3

Transfusionstrigger und Indikationen

  • Bei hämodynamisch stabilen Patienten sollte eine Transfusion erst bei Hämoglobin <7 g/dL erfolgen, wie von der American Society of Hematology empfohlen 2
  • Bei kardiovaskulären Vorerkrankungen sollte eine Transfusion bei Hämoglobin <8 g/dL erfolgen, basierend auf den Richtlinien der American Heart Association 2
  • Symptomatische Anämie mit Atemnot, Schwindel, Herzinsuffizienz oder verminderter Belastungstoleranz ist eine Indikation für eine Transfusion, laut den Empfehlungen der European Society of Anaesthesiology 4

Überwachung von Transfusionsreaktionen

  • Alloimmunisierung, febrile nicht-hämolytische Reaktionen und allergische Reaktionen sind häufige Transfusionsreaktionen, wie in der Literatur beschrieben 1
  • Schwere Reaktionen wie TRALI (transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz) und TACO (transfusionsassoziierte Volumenüberladung) erfordern eine sofortige Intervention, basierend auf den Richtlinien der Society of Critical Care Medicine 1

Risikopatienten für TACO (Volumenüberladung)

  • Patienten über 70 Jahre, nicht-blutende Patienten, Patienten mit Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Hypoalbuminämie sind Risikopatienten für TACO, laut den Empfehlungen der American College of Cardiology 1

Labordiagnostik und Point-of-Care-Testing

  • Alle Patienten sollten präoperativ auf Anämie untersucht werden, mit einem Hämoglobin-Wert von <130 g/L für Männer und <120 g/L für Frauen, wie von der European Society of Anaesthesiology empfohlen 3
  • Viskoelastische Hämostase-Tests (VHA) wie TEG oder ROTEM können den perioperativen Transfusionsbedarf reduzieren, basierend auf den Richtlinien der Society of Critical Care Medicine 1

Vermeidung unnötiger Transfusionen

  • Eine restriktive Strategie kann die Blutprodukt-Exposition um ca. 40% reduzieren, ohne die Mortalität zu erhöhen, wie in der Literatur beschrieben 2
  • Die beste Prävention von Transfusionsreaktionen ist die Vermeidung unnötiger Transfusionen, laut den Empfehlungen der American Society of Hematology 4