Bluttransfusionen: Wichtige Überlegungen und Richtlinien
Patientensicherheit und Identifikationsprüfung
- Die finale Identitätsprüfung direkt am Patientenbett zwischen Patient und Blutprodukt ist der kritischste Schritt, da die Verabreichung falscher Blutgruppen (ABO-Inkompatibilität) die schwerwiegendste Komplikation darstellt 3
Transfusionstrigger und Indikationen
- Bei hämodynamisch stabilen Patienten sollte eine Transfusion erst bei Hämoglobin <7 g/dL erfolgen, wie von der American Society of Hematology empfohlen 2
- Bei kardiovaskulären Vorerkrankungen sollte eine Transfusion bei Hämoglobin <8 g/dL erfolgen, basierend auf den Richtlinien der American Heart Association 2
- Symptomatische Anämie mit Atemnot, Schwindel, Herzinsuffizienz oder verminderter Belastungstoleranz ist eine Indikation für eine Transfusion, laut den Empfehlungen der European Society of Anaesthesiology 4
Überwachung von Transfusionsreaktionen
- Alloimmunisierung, febrile nicht-hämolytische Reaktionen und allergische Reaktionen sind häufige Transfusionsreaktionen, wie in der Literatur beschrieben 1
- Schwere Reaktionen wie TRALI (transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz) und TACO (transfusionsassoziierte Volumenüberladung) erfordern eine sofortige Intervention, basierend auf den Richtlinien der Society of Critical Care Medicine 1
Risikopatienten für TACO (Volumenüberladung)
- Patienten über 70 Jahre, nicht-blutende Patienten, Patienten mit Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Hypoalbuminämie sind Risikopatienten für TACO, laut den Empfehlungen der American College of Cardiology 1
Labordiagnostik und Point-of-Care-Testing
- Alle Patienten sollten präoperativ auf Anämie untersucht werden, mit einem Hämoglobin-Wert von <130 g/L für Männer und <120 g/L für Frauen, wie von der European Society of Anaesthesiology empfohlen 3
- Viskoelastische Hämostase-Tests (VHA) wie TEG oder ROTEM können den perioperativen Transfusionsbedarf reduzieren, basierend auf den Richtlinien der Society of Critical Care Medicine 1