Praxis Medical Insights

Est. 2024 • Clinical Guidelines Distilled

Made possible by volunteer editors from the University of Calgary & University of Alberta

Last Updated: 8/26/2025

Akute Asthma-Exazerbationen

Erstbeurteilung und Diagnose

  • Die Schwere der Exazerbation sollte anhand objektiver Parameter wie Atemfrequenz, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Peak-Flow (PEF) oder FEV1 beurteilt werden, wie von der European Respiratory Society und anderen empfohlen 3, 4
  • Lebensbedrohliche Anzeichen sind: stille Lunge, Zyanose, Erschöpfung, Unfähigkeit Sätze zu vollenden, PEF <33% des Sollwerts, Bradykardie, Hypotonie, Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung, was auf eine schwere Exazerbation hinweist 3
  • Pulsoximetrie sollte zur Beurteilung der Hypoxämie durchgeführt werden, wobei der Grenzwert für Hypoxämie je nach Leitlinie zwischen 90-92% variiert, wie von der European Respiratory Society empfohlen 4

Medikamentöse Therapie

  • Sauerstoff sollte verabreicht werden, um eine Sättigung >90% (>95% bei Schwangeren und Patienten mit Herzerkrankungen) zu erreichen, wie von der American Thoracic Society empfohlen 1
  • Die Sauerstoffsättigung sollte kontinuierlich überwacht werden, bis eine klare Reaktion auf die Bronchodilatator-Therapie eingetreten ist, um eine optimale Sauerstoffversorgung zu gewährleisten 1
  • Salbutamol sollte als Erstlinientherapie eingesetzt werden, mit einer Dosierung von 2,5-5,0 mg bis zu dreimal alle 20 Minuten in der ersten Stunde über Vernebler, oder 2-10 Puffs (200-1000 μg) alle 20-30 Minuten in der ersten Stunde über Dosieraerosol mit Spacer, wie von der European Respiratory Society empfohlen 1, 5
  • Ipratropiumbromid sollte zusätzlich zu Beta-2-Agonisten bei schweren Exazerbationen eingesetzt werden, mit einer Dosierung von 0,25-0,5 mg alle 20 Minuten für drei Dosen, dann alle 4-6 Stunden nach Bedarf über Vernebler, oder 4-8 Puffs alle 20 Minuten, dann alle 4-6 Stunden nach Bedarf über Dosieraerosol mit Spacer, wie von der American Thoracic Society empfohlen 1, 2, 5
  • Systemische Kortikosteroide sollten bei allen Patienten mit mittelschweren bis schweren Exazerbationen eingesetzt werden, mit einer oralen Gabe von 30-60 mg Prednisolon täglich für 5-7 Tage bei Erwachsenen, oder einer intravenösen Gabe von 1-2 mg/kg Methylprednisolon, wie von der American College of Chest Physicians empfohlen 1, 2, 5

Zusätzliche Therapieoptionen bei schweren Exazerbationen

  • Intravenöses Magnesiumsulfat kann bei Patienten mit schweren Exazerbationen, die nicht auf die initiale Behandlung ansprechen, eingesetzt werden, mit einer Dosierung von 2 g über 20 Minuten bei Erwachsenen, wie von der American Thoracic Society empfohlen 6
  • Helium-Sauerstoff-Gemisch (Heliox) kann bei schweren Exazerbationen erwogen werden, um die Atemarbeit zu verringern, wird jedoch nicht routinemäßig empfohlen, wie von der European Respiratory Society angemerkt 7

Überwachung und Entlassungskriterien

  • Regelmäßige Überwachung von Symptomen, Vitalparametern und Lungenfunktion (PEF oder FEV1) sollte durchgeführt werden, um den Behandlungsverlauf zu überwachen, wie von der European Respiratory Society empfohlen 3
  • Entlassungskriterien sollten klinische Stabilität, verbesserte Sauerstoffsättigung und Lungenfunktion (FEV1 oder PEF), normale Atemfrequenz und Abwesenheit von Einziehungen der Brustwand umfassen, wie von der American College of Chest Physicians empfohlen 5

REFERENCES