Evidenz für Sinupret bei Rhinosinusitis
Akute Rhinosinusitis
- Sinupret kann bei akuter Rhinosinusitis als Zusatztherapie zu Antibiotika empfohlen werden, da die Evidenz für diese Indikation am stärksten ist 1, 2
Chronische Rhinosinusitis (CRS)
- Das European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2020 berichtet über eine große DBPCT mit 929 CRS-Patienten, bei der Sinupret Extract (BNO 1016) den primären Endpunkt (Mean Major Symptom Score in Woche 8 und 12) nicht erreichte 1, 2, 3, 4, 5
- Eine Post-hoc-Sensitivitätsanalyse bei Patienten mit CRS-Diagnose >1 Jahr und Baseline MSS >9 (von maximal 15) zeigte einen signifikanten Benefit in MSS und Arbeitsaktivität nach 12 Wochen Behandlung 1, 2, 3, 4, 5
Sicherheitsprofil
- Von 1.215 unerwünschten Ereignissen bei 528 Patienten (57,0%) waren die meisten mild bis moderat 1, 2, 3, 4, 5
- Verdacht auf Medikamentenzusammenhang bestand bei nur 5,9% (480mg), 4,4% (240mg) und 3,9% (Placebo) 1, 2, 3, 4, 5
- Häufigste medikamentenbezogene Nebenwirkungen: Oberbauchschmerzen (1,3%), Diarrhö (0,3-0,6%), Kopfschmerzen (0,3-1,3%) 1, 2, 3, 4, 5
- Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen bei nur 2,2% der Patienten (vergleichbar mit Placebo 1,6%) 1, 2, 3, 4, 5
Klinische Empfehlung
- Bei chronischer Rhinosinusitis: Sinupret nur bei Patienten mit Erkrankungsdauer >1 Jahr und schweren Symptomen (MSS >9) in Betracht ziehen, idealerweise diagnostiziert durch HNO-Facharzt 1
Wichtige Einschränkungen
- Die EPOS2020-Leitliniengruppe betrachtet die Gesamtevidenz für pflanzliche Arzneimittel bei CRS als unsicher, da die meisten Studien nicht randomisiert sind 1, 2
- Der positive Effekt bei CRS basiert auf einer Post-hoc-Analyse, nicht auf dem primären Studienendpunkt - dies erfordert Vorsicht bei der Interpretation 1